Unsere Bürozeiten

In unserer Geschäftsstelle ist Petra Joachimmeyer in der Regel zu folgenden Bürozeiten erreichbar:

Dienstags: 8.30 - 13.30 Uhr
Donnerstags: 13.30 - 17.30 Uhr
Freitags: 8.30 - 13.30 Uhr

Bis zum 21.5.2018 ist das Büro nur unregelmäßig besetzt.

Telefon: (06 441) 48 681
E-Mail: info(at)cvjm-kv.de

Auf unserer Seite erwarten Sie

Und vieles mehr ...

Viel Spaß beim Surfen!

 

Dienstag, 08.05.2018 Alter: 18 Tage
„Aus der Werkstatt eines Bibelübersetzers“

CVJM-Weitblick 55 plus in Waldgirmes

Endlich war der Frühling da und aus dem Winterschlaf erwacht waren auch die Besucher von Weitblick 55 plus, die Senioren des CVJM-Kreisverbandes Wetzlar-Gießen. Der beliebte Kaffeeplausch, neue Informationen vom Freizeitzentrum Rodenroth und ein Vortrag von einem bekannten Bibelübersetzer waren diesmal die Anziehungspunkte in Dorlar. Schön geschmückte Tische warteten auf ungefähr 130 Besucher. Tolle Kuchen waren gebacken worden, die Technik funktionierte, Musik und Grußworte waren vorbereitet – der Nachmittag konnte beginnen.

Margitta Keil, Seniorenbeauftragte des CVJM, gab die Bühne frei für das Grußwort von Christoph Kuhn aus Waldgirmes, der als CVJM-Vorsitzender in die Vorbereitung stark eingebunden war. Gisela Straßheim aus dem KV-Vorstand hatte frische Informationen vom Umbau des Freizeitzentrums Rodenroth. Dort wird abgerissen, ausgebaut, umgebaut, Spenden gesammelt und auch von Freiwilligen mitgeholfen, damit alle Räume bald wieder benutzt werden können.

Im Vorwort wurde bereits von Pfarrer Frieder Ackermann auf die verschiedenen Bibelübersetzungen, wie beispielsweise auf die Jugendbibel, hingewiesen. Alles wartete nun gespannt auf den Vortrag von Prof. Dr. Dr. Roland Werner aus Marburg, der nach eigener Aussage nicht viel Wert auf die Erwähnung seiner Titel legt. Im Interview zum Kennenlernen des Gastes ging Burkard Rudat dessen Lebensgeschichte nach, die in Duisburg begann. Bald führte ihn sein Weg über Marburg und Stationen im Ausland zu seinen akademischen Abschlüssen Dr. phil. (Afrikanistik) und Dr. theol., die er benötigte, um sich seinen Traum als Bibelübersetzer in Nordafrika zu erfüllen. Was ist ein Bibelübersetzer? Wir lernten, dass er eine Brücke schlägt zwischen dem Urtext der Bibel und der alltäglichen Lebensweise von Menschen, die sich ja anders ausdrücken, als „gedruckt“. Dazu muss der Übersetzer die Kultur des jeweiligen Volkes kennen. Schon vor Luther gab es einzelne Bibelübersetzungen, die aber für Nichttheologen schwer verständlich waren. Erst Martin Luther hörte genau hin, wie sie sprachen: Die Mutter des Hauses, die Kinder auf der Gasse und die Männer in ihrer Umgangssprache. Dem Volk aufs Maul schauen, das war der Schlüssel. Plötzlich verstanden die Menschen die Bibel. Sprache verändert sich, auch unser Deutsch. Manche derben Aussprüche Luthers sind uns fremd, Wörter mutieren vom Üblichen oder sogar Positiven ins Negative, etwa Weib und Maul. Gerade unsere heutige Jungendsprache „denglisch“ (eine Mischung aus Englisch und Deutsch) ist vielen Senioren fremd. Die Jugend mag unter Gnade und Buße bereits etwas anderes verstehen als wir. Als man für Eskimos das „Lamm Gottes“ übersetzen wollte, fand sich kein vergleichbares Wort, denn im eisigen Leben der Arktis kamen keine Schafe vor. Durfte man Eisbär oder Robbe als Vergleich benutzen? In den Psalmen werden Tiere erwähnt, die es auch in unseren Breitengraden nicht gibt: Ein Hase als Wiederkäuer (gemeint war der Klippdachs) oder „Der Hirsch schreit nach frischem Wasser“, ist für uns in Deutschland ein fremdes Bild, aber in der Wüste muss das beschriebene Tier, nämlich der durstige Steinbock, viele Kilometer bis zum nächsten Wasser laufen. Oder: Was bedeutet es für einen Afrikaner, wenn es heißt: „Brannte nicht unser Herz in uns?“, wie bei den Emmaus-Jüngern? Für manche schwarze Ethnien hieße das, dass die Jünger zornig waren. Um es also sinnentsprechend zu übersetzen, musste formuliert werden „Ihr Herz wurde nicht kalt“. Anhand solcher Beispiele wurde uns Zuhörern bewusst, wie wichtig und aufwändig neue Bibelübersetzungen sind. Dankbar nahmen wir Anregungen zum Bibellesen mit nach Hause.
Als i-Punkt dieses Nachmittags erfreute uns der Posaunenchor aus Waldgirmes mit einem gelungenen Ständchen. Ein inhaltsreicher Nachmittag ging wieder einmal viel zu schnell zu Ende, denn es ist immer eine Freude, die Gemeinschaft miteinander zu genießen.

Die nächsten Treffen sind am
16.6. in Rodenroth mit Eberhard Adam, Anders ist eben anders!
Anders ist nicht besser, anders ist nicht schlechter,
anders ist nur anders – aber auch gut!
30.8. machen wir uns auf zur Tagesfahrt zum Biggesee: Führung  in der Stadtkirche von Siegen, Biggesee Schifffahrt mit Essen „Neptunsteller“, Planwagenfahrt, Waffelessen mit Kirschen und Sahne (alles inclusiv 57,00 Euro)

30.10. in Kölschhausen mit Harry Voss vom Bibellesebund: Mein Name ist Hase, ich weiß Bescheid
Lieder, Gedichte, Erzählungen, die um die Ecke denken