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Sonntag, 03.09.2017 Alter: 43 Tage
Weitblick 55 plus, Wuppertal 2017

Es ist immer wieder ein Freude, mit Senioren unterwegs zu sein.

Öfters wird die Disziplin gelobt, wenn wir im Doppeldecker-Bus mit mehr als 60 Personen unterwegs sind. Da wird eher ein „Sound“ wie ein unruhiger Bienenschwarm erwartet und nicht wie bei uns, nur gemächliche Hummeln. Es summt und brummt im Bus, Neuigkeiten werden ausgetauscht und bald ist aus einem zusammengewürfelten Schwarm ein lustiges Völkchen geworden. „Weitblick 55 plus“ vom CVJM-Kreisverband Wetzlar-Gießen war diesmal unterwegs nach Wuppertal.
Die erste Anlaufstelle ist die Gemarker Kirche. Dort wurde 1934 die Barmer Erklärung von Evangelischen Theologen erstellt. Als Gegenpol zur erstarkenden Hitlerdiktatur, die Einfluss auf die Kirchen nehmen wollte, haben sich mutige Männer und Frauen zusammen gefunden und die bekennende Kirche gegründet. In dieser Ausstellung sahen und hörten wir beeindruckende Zeitzeugnisse, wie: „Nach dem Krieg wird die Kirche abgeschafft“ – die Antwort der Theologen: „Die Kirche wird bleiben“. Sehr froh waren wir, nicht in dieser Zeit gelebt zu haben. In der eindrucksvollen Ausstellung findet sich auch der Originalentwurf des Dokuments, versehen mit handschriftlichen Korrekturen und Ergänzungen.
Der zweite Anlaufpunkt war die CVJM-Bildungsstätte Bundeshöhe des CVJM-Westbundes. Empfangen wurden wir von Gerd Halfmann, das Mittagsbuffet stand bereit und das Wetter meinte es trotz Unwetterwarnung gut mit uns. Mit „Leben – live“ schilderte uns Gerd Halfmann den Werdegang der Bundeshöhe, die ständig stattfindenden Aktivitäten und seine Zukunftsvisionen. Als allererste Besuchergruppe konnten wir das „Schwebebahn-Bistro“ testen. Ein ausrangierter Schwebebahn-Wagen konnte gekauft werden und wurde eindrucksvoll restauriert und zu einem Bistro umgebaut. Darin und außen davor in einer insgesamt sehr ansprechenden Anlage machten wir es uns gemütlich, wurden mit „Bergischen Waffeln“ mit Eis, Sahne und heißen Kirschen verwöhnt und genossen das ruhige Flair der Bundeshöhe.
Nach der Entspannung und gastronomischer Verwöhnung ging es mit dem Bus weiter zur richtigen Schwebebahn in die Stadt. Mit Tickets bewaffnet versuchten wir als Gruppe einzusteigen. Doch schon nach wenigen Einsteigern schlossen sich die Türen. Schon schwebten sie davon und ließen den großen Rest der Weitblicker verdutzt am Bahnhof stehen. Die reagierten fröhlich und folgten ganz entspannt nach wenigen Minuten in der nächsten Bahn. Das Technik-Kunstwerk Schwebebahn ist seit 1900 nahezu ununterbrochen im Betrieb. Auch während des Krieges. Ein quergelegter Eiffelturm mit einem angehängten Wagen schwebt über die Wupper, dicht an den Häusern vorbei. Zwischen den Endstationen macht die Bahn 20 mal Rast an liebevoll restaurierten und gut gepflegten Jugendstilbahnhöfen. Es fiel auf, dass keine vergammelten oder zerstörten Stationen zu sehen waren. Nostalgisch wirkende eiserne Spinnenbeine an den Ufern des Flusses und Millionen von Nieten halten das wundersame Gestänge aus Stahlträgern zusammen. Wenn sich die Bahn in die Kurven legt, beginnt die quietschende „Wuppertaler Symphonie“. Eine Heldengeschichte passierte am 21. Juli 1950. Da wollte der Zirkus Althoff zu Werbezwecken seine Elefantendame „Tuffi“ in der Schwebebahn transportieren und dieses Ereignis entsprechend vermarkten. Das klappte anfangs auch, doch Tuffi wurde schneller als gedacht nervös, fing an zu randalieren, beschloss dann unverzüglich auszusteigen, riss ein Loch in die Wagenwand und stürzte zwölf Meter tief in die Wupper. Glücklicherweise zog sie sich dabei lediglich eine Schramme am Hinterteil zu. Tuffi‘s tollkühner Flucht aus der Schwebebahn wird bis heute auf tausenden von Souvenirs gedacht – mit dem kleinen Makel, dass das weltberühmte Foto von Tuffi‘s Sprung eine Fotomontage ist, weil die Fotografen in und außerhalb der Bahn vor lauter Schreck das Fotografieren vergaßen.
Aber wir haben eine Menge Fotos gemacht und nehmen sie als Erinnerung an einen schönen Tag mit nachhause. Durch die verschiedenen Eindrücke von der theologisch bedeutsamen Barmer Erklärung über unsere Westbund-CVJM-Zentrale bis zur Schwebebahn gelang ein abwechslungsreicher Ausflug, der noch mit leckeren Waffeln im neu geschaffenen Schwebebahnbistro gekrönt wurde.